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🌳 Alltag leichter gemacht

Geschichten, Tipps & Wissenswertes rund um Pflege, Alltagshilfe und ein Selbstbestimmtes Leben zu Hause.

Was bewegt Pflegebedürftige und Angehörige?
Was verändert sich in der Pflege?
Und was bedeutet das alles eigentlich für den Alltag?

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Pflegegeld im Wandel:

michael-tacks-post
Sep 30
4 min read

Was plant das PNOG – und kommt die Hilfe künftig wirklich an ?

Das PNOG stellt die häusliche Pflege möglicherweise grundlegend neu auf. Besonders spannend ist dabei, was aus dem heutigen Pflegegeld werden soll.

Der bisherige Referentenentwurf sieht vor, verschiedene Leistungen stärker in Budgets zu bündeln. Wer heute Pflegegeld bezieht, soll künftig ein sogenanntes Entlastungsbudget erhalten. Dieses soll höher als das bisherige Pflegegeld sein und flexibler genutzt werden können – unter anderem auch für bestimmte Pflegehilfsmittel oder für Ersatzpflege bei Verhinderung der Pflegeperson. BMG

Das klingt zunächst nach mehr Freiheit.

Aber genau hier beginnt für uns die eigentliche Frage:

Mehr Geld und mehr Wahlfreiheit – bedeutet das automatisch mehr Hilfe?

Heute wird Pflegegeld direkt an den pflegebedürftigen Menschen ausgezahlt.

Es soll ermöglichen, die häusliche Pflege selbst zu organisieren – häufig mit Unterstützung durch Angehörige, Freunde oder andere privat Pflegende.

Mit dem PNOG soll dieses Prinzip weiterentwickelt werden. Das Bundesgesundheitsministerium spricht ausdrücklich davon, Leistungen einfacher, flexibler und unbürokratischer zu machen. BMG

Das kann Vorteile haben.

Pflegebedürftige und Familien könnten freier entscheiden, welche Unterstützung gerade gebraucht wird.

Aber wir erleben in der Praxis auch eine andere Seite.

💶 Wenn Pflegegeld Teil des Haushaltsbudgets wird

Für viele ältere Menschen ist das monatlich ausgezahlte Pflegegeld längst fest eingeplant.

Gerade bei kleiner Rente und steigenden Lebenshaltungskosten kann ein regelmäßiger Betrag schnell als zusätzliches Haushaltseinkommen wahrgenommen werden.

Dann entsteht möglicherweise eine schwierige Entscheidung:

„Nutze ich das Geld für zusätzliche Unterstützung – oder brauche ich es für meinen normalen Lebensunterhalt?“

Das ist keine Unterstellung gegenüber Pflegebedürftigen oder Angehörigen.

Es ist eine ganz menschliche Frage.

Und genau deshalb sollte bei jeder Reform nicht nur betrachtet werden, wie flexibel Geld zur Verfügung steht, sondern auch:

Welche Hilfe kommt am Ende tatsächlich beim Menschen zu Hause an?

🏠 Geld allein räumt keinen Haushalt auf

Ein Budget kann wichtig sein.

Aber Geld allein:

  • begleitet niemanden zum Arzt,

  • geht nicht mit einkaufen,

  • hilft nicht beim Haushalt,

  • macht keinen Spaziergang,

  • erkennt keine zunehmende Überforderung,

  • und entlastet Angehörige nicht automatisch.

Dafür braucht es Menschen und tatsächlich genutzte Leistungen.

Das PNOG selbst setzt deshalb gleichzeitig stärker auf Pflegebegleitung und Prävention. Professionelle Pflegebegleiter sollen Familien beim Aufbau eines passenden Versorgungsnetzes unterstützen und darauf achten, dass vorhandene Hilfen genutzt werden. BMG

Das zeigt: Auch der Gesetzgeber sieht offenbar, dass ein Leistungsanspruch allein noch keine funktionierende Versorgung garantiert.

🌳 Und was passiert mit der klassischen Alltagshilfe?

Für Pflegegrade 2 bis 5 soll der heutige Entlastungsbetrag von 131 Euro nach dem Referentenentwurf in ein neues Sozialraumbudget übergehen.

Dieses soll bei 175 Euro monatlich liegen und gezielt für Angebote zur Unterstützung im Alltag genutzt werden können. BMG

Gleichzeitig soll nach dem bisherigen Entwurf der heutige 40-%-Umwandlungsanspruch aus nicht ausgeschöpften Pflegesachleistungen entfallen. Professionelle Anbieter von Angeboten zur Unterstützung im Alltag sollen sich stattdessen unter bestimmten Voraussetzungen als ambulante Betreuungsdienste zulassen lassen können und dann Zugang zum Sachleistungsbudget erhalten. BMG

Gerade für Anbieter wie unseren Alltagsservice ist das ein wichtiger Punkt.

Denn letztlich entscheidet sich die Qualität einer Reform nicht nur daran, wie hoch ein Budget auf dem Papier ist.

Sondern auch daran:

Welche Leistungen können davon tatsächlich finanziert werden?

Welche Anbieter dürfen sie erbringen?

Und erreicht die Unterstützung die Menschen, die sie benötigen?

⚠️ Besonders spannend wird Pflegegrad 1

Nach dem bisherigen PNOG-Entwurf soll bei Pflegegrad 1 der heutige Entlastungsbetrag von 131 Euro entfallen.

Stattdessen soll stärker auf Beratung, Pflegebegleitung und Prävention gesetzt werden. BMG

Das ist ein grundlegender Wechsel.

Heute kann der Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 beispielsweise für anerkannte Unterstützung im Alltag eingesetzt werden. Das ist nach aktuellem Recht weiterhin möglich. BMG

Künftig soll der Schwerpunkt stärker darauf liegen, Selbstständigkeit zu erhalten und das Fortschreiten der Pflegebedürftigkeit möglichst hinauszuzögern.

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar.

Aber auch hier bleibt die praktische Frage:

Was passiert mit dem Menschen, der heute ganz konkret Hilfe beim Haushalt oder im Alltag benötigt?

❤️ Wahlfreiheit ist wichtig – Versorgung aber auch

Wir halten es für richtig, dass Pflegebedürftige möglichst selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten.

Aber Wahlfreiheit funktioniert nur dann gut, wenn Menschen auch tatsächlich Zugang zu geeigneter Unterstützung haben.

Wenn aus einer bisherigen Leistung künftig ein flexibleres Budget wird, sollte deshalb beobachtet werden:

Wird notwendige Hilfe häufiger oder seltener genutzt?

Werden Angehörige tatsächlich entlastet?

Bleiben Menschen dadurch länger selbstständig zu Hause?

Oder wird ein Teil der Unterstützung möglicherweise nicht mehr in Anspruch genommen, weil das Geld lieber für andere laufende Ausgaben verwendet wird?

Diese Fragen sind heute noch nicht abschließend beantwortet.

💚 Pflege darf nicht nur auf dem Konto ankommen

Das PNOG verfolgt das Ziel, Leistungen zu vereinfachen, Prävention zu stärken und Angehörige zu entlasten. Gleichzeitig verändert es die Struktur der häuslichen Pflege erheblich. BMG

Deshalb sollten wir nicht nur darüber sprechen:

„Wie viel Geld erhält ein Pflegebedürftiger?“

Sondern auch:

„Welche konkrete Hilfe kommt dafür bei ihm zu Hause an?“

Denn am Ende entscheidet nicht der Kontostand darüber, ob ein Mensch seinen Alltag bewältigen kann.

Entscheidend ist, ob Unterstützung verfügbar ist, genutzt wird und zum tatsächlichen Bedarf passt.

💬 Was denken Sie?

Ist mehr frei verfügbares Budget der richtige Weg?

Oder sollten bestimmte Leistungen weiterhin gezielt für Betreuung, Alltagshilfe und Entlastung reserviert bleiben?

Wir freuen uns auf eine sachliche Diskussion.

 
 
 

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